Wieso organisieren wir einen Frauenflohmarkt?



Ein Thema, das Kathi und mich schwer beschäftigt hat. Es gibt so viele Gründe weshalb wir einen Frauenflohmarkt organisieren wollen. Wir haben hin und her überlegt, welche Themen wir in diesen Blogbeitrag packen sollen.


Vorweg, es gibt noch viel mehr Themen als hier vorgestellt, z.B. den positiven Einfluss auf unser Mindset, wenn wir Geben; den „Yogischen“ Hintergrund, wenn wir an unseren Herzensweg denken und auch die Tatsache, dass alles was du gibst, sich um vielfaches vermehrt….Doch wir wollen zuerst einmal nach Außen schauen, auf Zahlen, die wie wir finden, jeder kennen sollte und dann auf Wege, wir jeder einzelne von uns einen Mehrwert schaffen kann. Los gehts: 


Altkleider Verwertung in Deutschland - die Fakten

- Im Jahr werden in Deutschland rund 1 Million Tonnen Textilien in Altkleidersammlungen gegeben 

- das sind ganze 20% mehr als in den 1990er Jahren

- weniger als 10% der Kleidung wird dabei für Bedürftige in Deutschland überhaupt gebracht und verwertet

- ca. 10% landet im Müll, ca. 16-18% wird Recycelt 


Und schon wird die Spende zur Ware: 

Ca. 40% der Ware wird in verschiedenen Qualitäten in andere Länder exportiert. Und genau hier ist das Problem: wer das meiste zahlt, bekommt die beste Ware. Somit sind die wirklich armen Regionen in z.B. Afrika schon mal raus oder erhalten nur noch die schlechtesten Überbleibsel, die nicht ausreichen. 

Zudem wird Afrika mit Altkleidern aus Deutschland überflutet, auf den Märkten stapeln sich die Altkleider. Zum einen macht das den Marktpreis für die inländisch produzierten Kleider kaputt, zum anderen würden viele Länder lieber eine eigene Textilproduktion aufbauen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Stattdessen produzieren sie zwar seit Jahrzehnten Baumwolle, diese wird dann aber wieder als Rohstoff exportiert zur Weiterverarbeitung. 

Was das für unsere Umwelt bedeutet?

Es werden zwar knapp die Hälfte der Second Hand Kleider weiter verwertet, jedoch nur, weil die meiste Kleidung aus Polyester so billig weiterverkauft werden kann. 

60% der Kleidung besteht mittlerweile aus erdölbasierten Kunstfasern, deren Produktion 3x mehr klimaschädliches Treibhausgas emittiert als Baumwolle (Quelle Greenpeace 2018). 

Tendenz steigend. 


Um auf die Gesamtzahl 1 Million Textilen in Altkleiderammlungen zurück zu kommen, das sind 62.000 LKWS wovon 40% exportiert werden, dieses Ausmaß spricht für sich. 

Über 100 Milliarden Kleidungsstücke werden jedes Jahr hergestellt, kurz getragen und weggeworfen. 

Mittlerweile erscheinen bis zu 24! neue Kollektionen jährlich in den Läden. Wenn du dir vorstellst, ein Jahr hat 12 Monate, linear betrachtet alle 2 Wochen! 

Und…wir kaufen. Der Kleiderschrank quillt über, wir entsorgen, kaufen neu.

Wie können wir diesen Kreislauf nun durchbrechen? 

Wie bei vielem aktuell scheint das Problem so mächtig groß und man selbst so hilflos klein, doch so ist es nicht. Schon mit wenigen kleinen Veränderungen kann jeder einzelne von uns einen  Mehrwert leisten. 


Unsere 4 Fragen für dich, bevor du zur nächsten Shopping Tour aufbrichst: 

  • was brauche ich wirklich? 

  • welchen Laden möchte ich unterstützen? 

  • kann ich einen Mehrwert mit meinem Kauf schaffen, nicht nur für mich?

  • will ich mir gerade etwas kaufen, weil ich es wirklich brauche oder versuche ich bloß, einen seelischen Mangel zu befriedigen? 

Was ich mit seelischem Mangel meine? Oft ist es so, dass wir vielleicht viel gearbeitet haben, Stress hatten, Ärger usw. Und die schnellste und einfachste Befriedigung ist, wir kaufen uns etwas schönes oder wir essen etwas richtig ungesundes. Kennt jeder, nicht wahr? 


Mit diesen 4 Fragen erledigen sich wahrscheinlich schon die meisten Shopping Touren und es bleibt viel mehr Zeit zum Kaffee trinken und quatschen in der Stadt. 

Wenn ich mir etwas Neues kaufe, was qualitativ hochwertig ist, vielleicht dadurch deutlich teurer, ich aber weiß, dass es fair produziert, die Mitarbeiter gut bezahlt, der Transportweg im besten Fall kurz bzw. Klimaneutral ist (ggf. durch einen Transportaufschlag), weiß ich dieses Kleidungsstück so viel mehr zu schätzen und kann es durch die Qualität auch viel länger tragen. 


Denn sind wir doch mal ehrlich, wenn wir uns 5 Shirts auf einmal kaufen, wie lange dauert es, bis wir alle 5 einmal anhatten? Wie lange bleibt teilweise das Schildchen noch dran und das Ding landet im Schrank? Und was bleibt an Gehalt für die Frau in der Fabrik in China noch übrig, wenn ein Shirt 5,90€ kostet, davon Produktionskosten, Material, Verpackung, Transport, Weiterverkauf an Läden etc. abfließt? 


Zudem ist die Modeindustrie und hier die Fast-Fashion Industrie zum Klimafaktor Nummer 1 geworden. Mit der eigenen Kleidung verursacht jeder einzelne von uns im Schnitt 19% seines CO2 Fußabdrucks (%Wert aus Feb.2020), dahinter folgt der Verkehr mit 18% und die Ernährung mit 16%. 


Genau hier sollten wir ansetzen:

  • Fair Fashion statt Fast Fashion kaufen

  • Bewusster einkaufen 

  • 2nd Hand einkaufen

  • Tauschen z.B. mit der Schwester oder Freundinnen

  • Selbst auf Flohmärkte in der eigenen Stadt gehen, macht doch einfach einen schönen Mädels Tag draus

  • Kleiderkreisel oder andere Plattformen online 

  • Bei Organisationen vor Ort nachfragen, ob Kleidung benötigt wird und direkt dort hin spenden

  • Informieren und lernen: hier finde ich Instagram wirklich sehr hilfreich, denn es gibt mittlerweile so tolle Accounts, die sensibilisieren für Themen wie Umweltschutz, Fair Fashion, Nachhaltigkeit etc. und oft auch Rabattcodes zur Verfügung stellen für nachhaltige Kleidung

The way of Giving

Und jetzt zu unserem Frauenflomarkt im Kly Studio: Am Samstag, den 24.10.20 findet unser Frauenflohmarkt statt. Die ganze Woche vorher habt ihr die Möglichkeit, eure Kleidung bei uns abzugeben. Diese werden wir dann am Samstag zu fairen Preisen verkaufen. Die Einnahmen spenden wir zu 100% an ein Frauenhaus in Karlsruhe. Auch die übrig gebliebenen Kleider werden wir abgeben.


Warum wir das tun? Wenn nicht schon die Fakten oben für sich sprechen hier noch der Fun Fakt dabei: open door bei uns im Studio, Musik, Klamotten, Girlstalk und einfach einen schönen Tag zusammen verbringen, dazu noch etwas Gutes tun, was gibt es besseres? 


Also, sei dabei, wir freuen uns auf dich! 

Julia 


„No one has ever become poor by giving“ - Anne Frank 


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